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ökumenische Friedens-Radtour am 09.09.2017

Gottes Segen kam (auch) von oben

Pfarrer Jens Hoffmann erinnerte in der Auferstehungskirche an seinen Großvater, der schwer verletzt aus dem 2. Weltkrieg nach Hause gekommen war und an dessen Begegnung mit einem russischen Soldaten während des Krieges. Beide bewaffnet hatten sie sich lange in die Augen gesehen und waren wieder auseinander gegangen,  ohne einen Schuss abzugeben. Diese friedliche Begegnung inmitten des Krieges habe seinen Großvater sein ganzes Leben lang begleitet, erinnerte sich Pfarrer Hoffmann.

Nach dem Vater unser machten sich die Pilger  wieder auf den Weg. Aber kaum hatten alle die Auferstehungskirche verlassen, begann leichter Regen. Die Radfahrer nahmen es mit Humor , nächstes Ziel war die Marienkapelle in Verl.

Dort zeigten die Schülerinnen Stella und Jana in einem Rollenspiel, wie schnell Streit entsteht, nur weil man dem anderen böse Gedanken unterstellt. „Der Friede der Welt fängt in den Herzen und Häusern an“, dieses Zitat von Karl Jasper gab Monika Großeschallau allen mit auf den Weg.

Der Regen hatte zugenommen, daher verweilte die Gruppe noch ein wenig länger in der Marienkapelle. Meinolf Bathe stimmte das Shalom alechem an, andere stimmten gerne mit ein. Schließlich gelang es einigermaßen trocken Richtung St. Anna Kirche aufzubrechen.

Dort wurde die Gruppe von Arthur Springfeld und drei Flüchtlingen erwartet; Elias aus Syrien, Yonathan Kifle aus Eritrea und Prosper Bello aus Nigeria beteten gemeinsam mit den  Radfahrern für die Situation so vieler Flüchtlinge auf der Welt. Am Ende stimmte Yonathan Kifle Gebete in seiner Muttersprache an. Die Schönheit  und Melodie dieser Sprache beeindruckte alle.

Gänzlich trocken ging es dann Richtung Erlöserkirche weiter.  Dort erinnerte Michael Humpert an Dag Hammarskjöld, den zweiten Generalsekretär der Vereinten Nationen, der im September 1960 auf noch immer ungeklärte Weise bei einer Friedensmission ums Leben gekommen war. „Das höchste Gebet des Menschen bittet nicht um den Sieg, sondern um den Frieden“,  dieses Zitat Hammarskjölds bildete den Abschluss der Gebete in der Erlöserkirche.

Auf dem Verler Kirchweg fuhr die Gruppe dann weiter Richtung Kaunitz.

Vor der Marienkirche  wurde sie von Helfern der Jugendkirche 24/7 begrüßt und mit Würstchen, Brot und Getränken versorgt. Auch einige Besucher der Vorabendmesse nahmen das Angebot gerne an. Anschließend versammelten sich alle im Altarbereich von St Maria Immaculata, um einen Tanz aus Malawie mitzutanzen.

Dies bildete den gelungenen Abschluss der Friedensfahrt 2017 und alle waren sich darin einig, im kommenden Jahr gerne wieder auf eine solche Radwallfahrt gehen zu wollen.