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Es gibt so wunderweiße Nächte,

drin alle Dinge Silber sind...

Worte sind mir oft so süß, dass sie meine Sehnsucht übersteigen und sie so erfüllen. Denn Worte sind Nahrung für meine Seele. Worte erweitern den Horizont und erheben das Gefühl. Rainer Maria Rilke beherrscht diese Kunst mit Bravour. Da schimmert mancher Stern so lind, als ob er fromme Hirten brächte zu einem neuen Jesuskind.

Das ist mein Traum von Gemeinde, heute an diesem Weihnachtsfest: Viele fromme Hirten, still und unscheinbar, erscheinen und gehen zum ewigen Jesuskind. Hirte sein, nicht nur einige Priester, sondern viele Getaufte gehen zum neuen, dem ewigen Jesuskind und verzaubern die Welt, so wie ein gefrorener Tau die Landschaft zart umhüllt. Diese Hirtinnen und Hirten sind schon heute lebendig unter uns. Sie verwandeln unsere Gemeinden, weil der Stern von Bethlehem sie in Tiefe ihrer Seele verwandelt hat. Denn diese Hirten sind der ewigen Liebe begegnet. Verwandelt, wollen sie nur eins, das Glück ihrer Seele, das Glück ihrer Liebe weiterschenken mit ihrem tiefgründigen, kapellenlosen Glauben. Diese Menschen sind vollkommen frei. Sie brauchen nicht die Kapelle ihrer Selbstdarstellung, kein Theater von wortlosen Erwartungen und keinen frommen Applaus in illustrer Wärmestube. Sie sind dem begegnet, der erfüllende Liebe ist und haben sich dabei völlig vergessen, weil Liebe sich verschenkt und Liebe nie zählt. Eine Seele von Mensch sind diese Hirtinnen und Hirten, und sie machen eine Gemeinde in ihrer traurig selbstinszenierten Agonie zum einem Wintermärchen, weil sie wissen, die unbesiegbare Sonne wird kommen und alles zu einer Blüte bringen wie noch nie.

In dieser Hoffnung lebe ich in der Weite der acht Gemeinden, weil das ewige Kind mich gefesselt hat. Nur ein selbstloser Hirt und eine liebende Hirtin macht die Winternacht hell und stellt uns auf den Felsen unerschütterlicher Hoffnung. Alle diesen Menschen sage ich Dank und eine traumgemute hoffnungsvolle Zeit Allen in Schloß Holte-Stukenbrock und Verl wünsche ich ein gnadenreiches Weihnachtsfest!

Ihr Karl-Josef Auris, Pfarrer